Lieblingsblume

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Nelke: Blütenklassiker mit Potenzial

Nelken hatte ihre Hochzeit in den 1970er Jahren. Wer über die entsprechende Lebenserfahrung verfügt, kann sich sicherlich noch an die damals üblichen Blumensträuße erinnern. Drei, fünf oder sieben Nelken mit gelben Spinnenchrysanthemen, blauen Iris und lang abfließendem Asparagus. Dann galten die Nelken lange Zeit als Spießerblumen. Lediglich in der Trauerfloristik hat diese Blume ihren Stellenwert nie verloren. Was sicherlich mit ihrer schönen, runden Form, den leuchtenden Farben und der ausgezeichneten Haltbarkeit zu tun hat. Wir möchten Ihnen diesen Klassiker im Schnittblumensortiment jetzt neu präsentieren. Neue Sorten und die vielen peppigen Farben sind einfach toll in bunten Sommersträußen.

Der Name der Nelke

Der deutsche Name Nelke oder „Nägelin“ wurde der Blume im Mittelalter wohl aufgrund der Ähnlichkeit mit der Gewürznelke gegeben. Die Gewürznelken standen in dem Ruf, aphrodisische Wirkung zu entfalten, und dieser Ruf übertrug sich mitsamt Namen auf die Blumen. Nelken zierten vom Mittelalter an Brautbilder und galten als Symbol des Verlöbnisses, der Liebe und Ehe. Auch die göttliche Liebe wurde durch sie dargestellt, und es gab zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert unzählige Marienbilder, auf denen Nelken zu sehen sind.

Göttliche Blüte

In der botanischen Fachsprache heißt die Nelke "Dianthus". Der Gattungsname leitet sich ab von Dios = Gott und Anthos = Blüte.

Die Nelke – schon vor 200 Jahren eine Modeblume

Wer glaubt, die gestreiften Nelken auf gelbem Grund seien eine neue züchterische Errungenschaft, der irrt. Schon vor 200 Jahren erfreuten sich deren Vorläufer großer Beliebtheit. Damals waren vor allem Sorten mit wenig gezackten Blatträndern en vogue. Heinrich Christian Brocke schrieb im Jahr 1771: „Denn so, wie die Moden in allen Sachen abwechseln, so ist es auch bei den Blumen, sodaß jetzo eine Nelke mit ausgezacktem Blatte wenig mehr geachtet wird, weil die Franzosen, von welchen wir was die Moden betrifft, getreue Nach-ahmer sind, die Nelken mit den runden Blättern sehr lieben.“ Es ist wohl das Schicksal der Nelken, Modeblume zu sein. Als epochenspezifische Symbole erscheinen und verschwinden sie, um später mit neuem Image wieder aufzutauchen.

Ein Unglücksfall

Es wird behauptet, dass Königin Marie Antoinette während der Französischen Revolution in ihrem Gefängnis heimliche Nachrichten erhielt, die zwischen den Blütenblättern von Nelken versteckt waren. Der Plan für ihre Befreiung fiel jedoch heraus, und nichts und niemand konnte die Unglückliche mehr vor der Guillotine retten.

Nelkenrevolution

Bis ins kleinste Detail war der Staatsstreich geplant. Als die Lissabonner am Morgen des 25. April 1974 erwachten, war die älteste Diktatur Europas ohne Blutvergießen beendet worden. Menschen strömten auf die Straßen und entwaffneten die Soldaten, indem sie ihnen rote Nelken in die Gewehre steckten. In den Geschichtsbüchern spricht man seither von der Nelkenrevolution.

Arbeiterblume

Die rote Nelke erhielt ihr politisches Image als Arbeiterblume auf dem Internationalen Sozialistenkongress, der 1889 in Paris tagte. Dort beschloss man, den 1. Mai in allen Ländern als Kampftag zu feiern. Prompt trugen die Schuhmacher bei einer Kundgebung zum 1. Mai rote Nelken im Knopfloch, schreibt 1890 eine Berliner Zeitung. Das war polizeilich untersagt und führte zu Verhaftungen und Krawallen. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deshalb – blieb die rote Nelke das Symbol der Arbeiterklasse.

Kopf hoch!

Warum gerade die Nelke das Symbol für die Arbeiterklasse wurde, kann auch das SPD-Archiv nicht beantworten. Vielleicht haben es die Adligen den Arbeitern vorgemacht, die während der Französischen Revolution mit einer roten Nelke im Knopfloch die Guillotine bestiegen. Ein Zeichen ihrer Unerschrockenheit und ihres nicht zu beugenden Mutes.

Historischer Nachschlag

Bereits Ovid (43 v. Chr. – 17 n. Chr.) weiß in seinen "Metamorphosen" folgende Legende über die Entstehung der Nelke zu berichten: Diana, die Göttin der Jagd, kehrte von einer erfolglosen Pirsch zurück, als sie auf einen Schalmei blasenden Hirten traf. Diesem unterstellte sie, durch seine Töne das Wild verscheucht zu haben. Zur Strafe riss sie ihm die Augen aus und warf sie zwischen die Steine. Als sie ihre Tat bereute, verwandelten sich die Augen in leuchtende Blumen. Es wird vermutet, dass der französische Name der Nelke, oeillet, mit der Legende zusammenhängt.


Fotos Quelle: pixabay / Tollwasblumenmachen.de

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